Zu meiner Person

„Gelobt sei Gott, Der mein Gebet nicht verwirft noch Seine Güte von mir wendet.“ Psalm 66,20

Vorstellung

Mein Name ist Jürgen Deines. Ich wurde 1974 in Kasachstan, in der ehemaligen Sowjetunion, geboren.

Vorgeschichte

Pawlodar, mein früherer Wohnsitz

Im Jahre 1977 wurde bei mir Diabetes Mellitus festgestellt und seit diesem Zeitpunkt bin ich auf Insulin angewiesen. Für meine Eltern war das ein riesen Schock. Sie beteten, zweifelten an Gott und haderten mit ihm, weil die Ärzte zur damaligen Zeit zuckerkranken Kindern nur eine kurze Lebenserwartung mit schweren Entwicklungsstörungen voraussagten.

Aus diesem Grunde empfahl auch mein behandelnder Diabetologe meinen Eltern, mich nicht in die Schule zu schicken. Als die Zeit kam und alle Erstklässler in die Schule gingen, strampelte ich auch mit! Die schönen Schulzeiten liefen trotz meiner Wachstumsstörung sehr gut. Ich lernte Klavier,-und Trompetenspielen und besuchte viele verschiedene AGs.

Nach meinem erfolgreichen Schulabschluss begann ich ein Studium zum Modedesigner. Während dieser Zeit leitete ich ein Fotostudio und machte meinen Führerschein. Eines Tages merkte ich, dass mit meiner Sehleistung etwas nicht stimmte. Der Besuch beim Augenarzt war zunächst ohne Befund. Meine Sehschwäche wurde mit dem Jahreszeitwechsel von Winter auf Frühling begründet. Eine Fehldiagnose, wie sich herausstellen sollte!Kurz darauf musste ich mein Studium abbrechen und mein Fotostudio aufgeben, meinen Führerschein in die Kommode legen und zu Hause bleiben. Denn innerhalb von drei Monaten verlor ich mein Augenlicht komplett.

Im Jahr 1992 erhielt ich in Novosibirsk die Diagnose: „diabetische Retinopathie“: eine durch die Diabetes verursachte Erkrankung der Augennetzhaut. Sofort wurde ich in eine Klinik nach Moskau eingeflogen. Unzählige und unterschiedliche Augenbehandlungen blieben erfolglos. In der Uniklinik machte mir eine Nierenerkrankung noch zusätzlich zu schaffen. Die Professoren und Doktoren sprachen über eine zukünftige Dialyse und irgendwelche Maschinen, die es in meiner Heimat noch nicht gab. Nach ca. sieben Wochen wurde ich nach Hause entlassen. In der darauffolgenden Zeit fühlte ich mich sehr einsam, weil alle Freunde mich verließen und die örtlichen Blindenschulen nicht in der Lage waren, die mehrfachbehinderten Menschen zu betreuen. Von einem Tag zum anderem entwickelte ich eine depressive Verstimmung. Ich ging kaum noch raus und die Lebensfreude verschwand aus meiner Seele.

Ein neues Leben

Am 29.07.1995 verließ meine Familie mit mir die ehemalige UdSSR. Meine Diagnose zu dieser Zeit lautete schwere, fortgeschrittene Diabetes Mellitus mit einer Lebenserwartung von weniger als einem Jahr.

Gleich in den ersten Tagen meines Aufenthalts in Deutschland wurde ich in die Uniklinik in Göttingen eingewiesen. Hier verbrachte ich ca. sieben Monate. Auch wenn meine Augen nicht mehr zu retten waren, stellten die Ärzte der Uniklinik mein Diabetes zum ersten Mal richtig ein. Ich bekam erstmals in meinem Leben mein eigenes Blutzuckermessgerät und reines Insulin mit dem Pen! Ich hatte das Gefühl, als ob auf meinem dunklen Horizont ein Licht erschienen sei.

Nach der Entlassung aus der Uniklinik träumte ich von einem neuen, selbstständigen Leben. Ich begann mich in einigen Blindenschulen zu bewerben und vorzustellen, erhielt aber nur Absagen. Der Grund dafür sei die Unkenntnis der deutschen Sprache gewesen.

1997 begannen mich die Suizidgedanken zu attackieren. Ich war bereits fünf Jahre blind und in meinem Leben hatte sich nichts verändert. Ich war immer noch alleine und niemand interessierte sich für mich. Die Sendungen im Fernsehen und im Radio verstand ich kaum. Darum beschäftigte ich mich fast den ganzen Tag nur mit meinem Keyboard.

Eines Tages ist meinem Vater ein Mann in sein Auto gefahren. Wie sich herausstellte war der Unfallbeteiligte der Pastor einer freien Gemeinde. Einige Tage darauf besuchte mich ein Jugendlicher aus dieser Gemeinde. Am nächsten Tag brachte der junge Mann noch seine Freunde mit. Dass mich jemand besuchte, war ich seit langem von anderen Leuten nicht mehr gewohnt. Zuerst sprachen wir über allgemeine Dinge, aber danach erzählten sie mir von Gott und Jesus Christus. Nach einiger Zeit konnte auch ich die gute Botschaft annehmen und mein Leben Jesus Christus übergeben! Von da an, änderten sich mein Denken und mein Leben sehr stark. Es war etwas anders als ich bei vielen verschiedenen Wahrsagerinnen oder Esoterikern u. ä. erlebt habe. Dieses Mal bekam ich die Lust zum Leben, den festen Boden unter den Füßen und die Lebensfreude zurück!

Unsere intensive Freundschaft dauerte leider nicht lange, weil meine Familie und ich im gleichen Jahr nach Baden-Württemberg umzogen.

Auf eigenen Beinen stehenJürgen Deines am Klavier

In Ravensburg fand ich schnell Kontakt zum Blindenverband, der mich 1998 an die Blindenschule Nikolauspflege Stuttgart schickte. Kurz darauf nahm ich mein Leben in die eigenen Hände. Ich lernte dort mit dem Blindenstock zu laufen, einzukaufen, kochen und endlich die deutsche Sprache, alle Arten der Blindenschrift. Außerdem, die Arbeit mit dem Computer. In der Blindenschule verbrachte ich vier Jahre, machte eine Blindentechnische Grundausbildung und eine kaufmännische Ausbildung.

Anfang 2002 stellte ein Nephrologe fest, dass ich schon ziemlich bald eine Dialyse brauchen würde. Er empfahl mir, alle Aktivitäten und Anstrengungen zu vermeiden, da sonst die Nieren schon bald nicht mehr arbeiten könnten. Das bedeutete für mich, wieder in die vier Wände zurückkehren zu müssen. In dieser Zeit verstand ich nicht, warum Gott mit mir so etwas macht? Aber in einer Nacht erinnerte mich Gott, als ich in der Blindenschule war, gab ich Jesus Christus ein versprechen, nur ihm zu dienen, wenn ich nur selbständig die Bibel lesen und irgendwie wieder schreiben könnte.

Im Sommer 2002 kehrte ich zurück nach Ravensburg, nur diesmal nicht zu meiner Familie, sondern in eine eigene Wohnung! Ich wusste noch nicht, wie ich meinem Herrn dienen konnte und was er mit mir noch vorhat. Eines Tages bekam ich im tiefsten meines Herzens die Sehnsucht, ein Theologiestudium zu beginnen. Ich schickte viele Bewerbungen an Bibelschulen und im Herbst 2002 begann ich ein theologisches Fernbibelstudium an dem Bibelseminar Bonn (BSB). Da dieses Studium nicht so intensiv war, baute ich zu Hause „zur Freizeitgestaltung“ ein Tonstudio auf, in dem ich die Lieder sang und schrieb. Außerdem lernte ich einige Programmiersprachen. 

In Februar 2003 hatte ich ein Vorstellungsgespräch im Transplantations-Zentrum Ulm und im August desselben Jahres wurde mir eine Niere und das Pankreas transplantiert. Es ist unglaublich - aber auf ein Mal waren alle meine Krankheiten verschwunden! Ich musste nicht mehr jeden Tag mein Blutzucker kontrollieren, die Spritze setzen, die Tabletten einnehmen und strenge Diät halten. Aus diesem Grunde setzte ich 2006 als normaler Student mein Theologiestudium am biblisch-Theologische Akademie (BTA) in Wiedenest fort. Während meiner Studienzeit reiste ich um die Welt (Amerika, Polen, Schweiz usw.). Ich begleitete Kinderfreizeiten, machte Jugend- und Gemeindearbeit, evangelistische Einsätze und arbeitete zwei Jahre bei der Telefonseelsorge der Nightlight Station.

Ein steiniger Weg – mit Sinn

Im Januar 2009 bekam ich eine schreckliche Nachricht von zu Hause, die mich zu dem machte, was ich heute bin. Mein siebenjähriger Neffe wurde im kritischen Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte stellten bei ihm die Diagnose „Diabetes Mellitus“ fest. Ich kann nicht beschreiben, was dies bei mir auslöste. Am nächsten Morgen stand ich absolut gefühllos auf. In meinem Kopf drehte sich immer wieder die Frage „Warum?“ und die ganze Zeit Lief das Lied „Herr höre mein Gebet“.

Ich erstarrte in der Angst, im Vertrauen und im Glauben an meinem Herrn. Ich war in meine Kindheit zurückgefallen. Ich erinnerte mich an alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die vor meinen Augen im Krankenhaus starben. Besonders an die schlimmsten Zeiten, als ich schon Erwachsen war und es keine Arzneimittel im ganzen Land gab. Das Krankenhaus nahm nur Menschen auf, die mit eigenen Medikamenten, mit eigener Bettwäsche und eigenem Essen kamen. Es gab nirgendwo Medizin, nicht für Geld und auch nicht für Gold. Es war die Zeit, als noch vielmehr Diabetiker ihre Füße, Hände, Niere, Augen und ihr Leben verloren, aber auch viele andere kranke Menschen starben. Gott war mir gnädig, weil ich das Land des Leidens verlassen durfte und somit überlebt habe. ...

Als ich wieder einigermaßen zu mir kam, beschloss ich zu meinem Neffen zu fahren, weil ich ihm mit meinen erworbenen Kenntnissen in der Seelsorge helfen wollte. Im Juli des gleichen Jahres machte ich ein Praktikum in seiner Stadt, wo ich auch jetzt noch wohne.
Sehr bald begann ich eine weitere Ausbildung zum Therapeutischen Seelsorger an der Stiftung Therapeutische Seelsorge.  Während der Ausbildung erwarb ich die Autorisierungen zum Gordon Trainer in Familien-, Eltern- und Jugendtrainings, sowie in Konfliktlösungstrainings für persönliche und berufliche Beziehungen an der Akademie für personzentrierte Psychologie. Ich qualifizierte mich zum Eheberater mit Prepare/Enrich und TJTA und spezialisierte mich zum Familien- und Erziehungsberater an der Stiftung Therapeutische Seelsorge. Anschließend habe ich die Erlaubnis nach § 1 des Heilpraktikergesetzes über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung auf dem Gebiet der Psychotherapie in Tübingen erhalten.

In der Zwischenzeit habe ich verstanden: Warum hat Gott mich, meinen Neffen und viele andere Kinder leiden lassen? Warum müssen unschuldige Menschen sterben. Und warum bin ich jetzt Theologe und Therapeut für Kinder und Jugendliche, Erwachsene, Ehe,-Familie und psychisch,-seelisch ranker Menschen geworden?

In den Jahren 2008 bis 2015 spezialisierte ich mich auf die genannten Bereiche, weil ich meinen Herrn verstanden habe, als er meinte: „Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken“. (Matthäus Evangelium 9,12).

Wenn Sie die Vision eines Theologen, Seelsorgern, Coachs, Psychotherapeutischen Heilpraktiker, erfahren möchten, lesen Sie einfach auf der nächsten Seite weiter.