Die Kognitive Verhaltenstherapie

„Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge.“
Epikte, antiker Philosoph

Einordnung

Im Mittelpunkt der kognitiven Therapieverfahren stehen unsere Kognitionen. Kognitionen umfassen unsere Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen.

Es wird davon ausgegangen, dass menschliches Verhalten erlernt wird und über neue Lernprozesse auch wieder verändert werden kann. Das heißt, unser Denken hat einen Einfluss auf unser Fühlen, Verhalten und unsere körperliche Reaktion.

In der kognitiven Verhaltenstherapie werden deshalb blockierende Gedanken und Einstellungen festgestellt, die sich zu charakteristischen Denkfehlern entwickelt haben.

Geschichte

Während viele andere psychotherapeutische Verfahren einen Gründungsvater haben, sind die Wurzeln der kognitiven Verhaltenstherapie weit verzweigt.

Ein bekannter Vertreter und Vorreiter der Verhaltenstherapie ist der russische Neurologe Iwan Pawlow. Er stellte bereits um die vorletzte Jahrhundertwende fest, dass bestimmte Verhaltensweisen an Reize gekoppelt sind. Die Entdeckung des sogenannten „Konditionierens“ brachte ihm 1904 sogar den Medizinnobelpreis.

Der Verhaltensforscher Burrhus F. Skinner fand etwas später heraus, dass (tierisches und menschliches) Verhalten abhängig ist von Belohnung und Bestrafung. Für viele stellen seine Arbeiten über das „operante Konditionieren“ die Geburtsstunde der modernen Verhaltenstherapie dar.

Um den Menschen nicht länger als "black box" betrachten zu müssen, konzentrierten sich die Gedanken vieler Verhaltenstherapeuten später vorwiegend um das menschliche Erleben, Denken und Fühlen. Die "kognitive Verhaltenstherapie" war erfunden.

Grundannahmen und Therapie

Im Gegensatz zur Tiefenpsychologie und Psychoanalyse setzen die kognitiven Therapieverfahren nicht in der Vergangenheit an, sondern im Hier und Jetzt. Psychische Störungen, wie Phobien, Depressionen, Sucht- oder partnerschaftliche Probleme sind auf abnormes, gelerntes Verhalten zurückzuführen, das wir uns in der Vergangenheit - insbesondere in der Kindheit – angeeignet haben. In der Verhaltenstherapie wird für jede dieser psychischen Störungen ein spezifisches, therapeutisches Vorgehen entwickelt. Somit werden mit dem Therapeuten neue Ansichten und Lösungswege für die Probleme erarbeitet, die ungünstiges Verhalten auslösen. Wenn die blockierenden Einstellungen identifiziert und richtiggestellt sind, müssen die neuen Sichtweisen immer wieder geübt werden. Die Wirksamkeit kognitiver Verfahren ist bereits tausendfach bestätigt worden, insbesondere bei Depressionen und Panikstörungen sind kognitive Therapieverfahren sehr hilfreich.