Die Logotherapie nach Victor Frankl

"Wir müssen der Frage nach dem Sinn des Lebens eine kopernikanische Wendung geben: Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben Befragte, der dem Leben zu antworten – das Leben zu verantworten hat."
Victor Frankl, österr. Psychiater

Einordnung

Die Logotherapie, auch Existenzanalyse genannt, geht von dem Grundgedanken aus, dass der Mensch von Natur aus ein sinnsuchendes Wesen ist, das nach einer wert- und sinnvollen Lebensgestaltung strebt. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Logopädie, die einer sinnzentrierten und an den Werten des Menschen ausgerichteten Form der Psychotherapie oder Beratung entspricht. "Sinn" steht in der Logotherapie für die wertvollste Möglichkeit, die sich einem in jeder einzelnen Situation bietet.

Die bereits weltweit anerkannte Existenzanalyse ist nicht, wie vermuten lässt, eine „Analyse der Existenz“ sondern ein Blick auf die Stärken und Begabungen eines Menschen, also Ressourcen, die es ermöglichen, Sinn und Werte zu verwirklichen.

Geschichte

Der Wiener Psychiater Victor Frankl entwickelte die Logotherapie als „Dritte Wiener Schule der Psychotherapie“. Er stellte fest, dass die Krisen seiner Patienten durch Sinnfragen entstanden waren. Frankl vertrat die Auffassung, dass es dem Menschen in erster Linie um den „Willen zum Sinn“ gehe, anstatt nach dem „Willen zur Lust“ (Freud) oder dem „Willen zur Macht“ (Adler) zu streben.

Existenzanalytische Therapie

In den therapeutischen Gesprächen wird dem Klienten bei der Sinnfindung für ihr Leben geholfen. Wichtig ist, dass dem Klienten weniger Sinnangebote gemacht werden, sondern eher die Erkennung eigener Grenzen und das Ändern der existenziellen Einstellungen im Mittelpunkt stehen.

Der Therapeut ist demnach fördernder Gesprächspartner und gibt Anleitungen und Hilfestellungen bei der Auseinandersetzung zwischen der Person und ihrer Welt. Außerdem hilft er bei der Stärkung einer frei gewählten Verantwortung.